„hab! Seligkeiten” dürfen auf den Sockel —
an den Tagen der offenen Tür, den sog. Vorschautagen im Juli, können die Besucher der neuen, noch leeren Räume, des Ägyptischen Museums mit gebrachte Habseligkeiten präsentieren.
Ruth Geiersberger begutachtet und positioniert die Dinge für eine kurze Weile in den noch leeren Räumen;
dabei werden die Geschichten zu den Dingen in einem “Kundengespräch” gesammelt.
Das ganze wird fotografisch festgehalten von dem Foto-Künstler
Marius Winterstein. Der Kunde wird mit seinem Ding abgelichtet und das Foto dann im Eingangsbereich ausgestellt, soz. als Abbilder auf Raumsuche - ein „Wimpernschlag der Zeit“
im Neuen Ägyptischen Museum / München
Eingang an der Gabelsberger str. / Museumsareal
Juli 2011
UND JETZT —
Verrichtungen über das Warten
Sitzen nun
alle da und warten.
Männer und Frauen, und alles vergessen,
auch der eigene Beruf,
das eigene Gesicht. Sitzen da und warten.
Warten immerzu. Aufs Dessert.
Aufs nächste Spiel
(aus „Er ist nicht mehr da wenn er
da ist“ von Urs Faes).
Ruth
Geiersberger mit Martin Pfisterer, Klaus Janek, Wolfi Schlick, Manuel
Heyer, Egmont Körner und Judith Hummel.
UND JETZT Von 25.
bis 29. Januar 2011 präsentiert die Münchner
Künstlerin Ruth Geiersberger im i-camp ihre neue Arbeit UND
JETZT – Verrichtungen über das Warten. Gemeinsam mit
dem Schauspieler Martin Pfisterer, den Musikern Klaus Janek und
Wolfi Schlick, dem Videokünstler Manuel Heyer, dem Betreuer
Egmont Körner und der Journalistin Bettina Stummeyer untersucht
Ruth Geiersberger das Phänomen des Wartens: Die Zeit ist angehalten,
und trotzdem will man sie vertreiben oder meint sie sinnvoll füllen
zu müssen, mit Spielen, einem Tänzchen, dem Rezitieren
von Texten. Was bleibt, wenn wir uns nicht mehr erinnern? Nur im
Augenblick sein und auf den nächsten Moment warten? Heißt
leben: sich erinnern? Was sieht jemand von der Welt, der nur auf
dem Rücken liegt?
JANUAR 2011
i-camp, Entenbachstraße 37, 81541 München Tel.:
089/65 00 00
Dramaturgische Beratung:
Beate Zeller
Medienbetreuung:
Pfau PR, Tel.: 089 / 48 920 970, info@pfau-pr.de
Kritiken:
SZ 27.1.2011 - PDF
AZ 29.1.2011 - PDF
DIE LETZTEN DINGE
Hörspiel live in der Dunkelheit eines Museums
für drei Sprech-Stimmen und einen Kontrabass von und mit Ruth Geiersberger
in Zusammenarbeit mit Martina Couturier, Martin Pfisterer (Sprech-Performance)
und Klaus Janek (Kontrabass und Komposition)
Staatliches Museum Ägyptischer
Kunst München Residenz
im Januar und November 2009
"opening"Festivals in Trier
Gastspiel im Nov 2009
„Rollatorenkonzert“
Geiersberger/ Müller/ Siegfried für Chor und Geräuschkulissen
Sept
2008
Gastspiel Sept/ Okt 2010 auf dem Festival “Herzrasen” in
Hamburg
musikalische Interventionen
Hörprobe
durch die Münchner Innenstadt
www.rollatorenkonzert.de
„Soiz in da Suppn“
Eine münchner Idyllenstudie von und mit Ruth Geiersberger (Verrichtungen)
und Sebastian Dickhaut (Koch und Autor) im Wo(hn)Wa(gen) als mobile Koch
und Verspeisstelle.
An historischen Plätzen der Stadt wird ein mobiles Idyllenlabor aufgebaut,
in dem Münchner, Deutsche und Gäste aus aller Welt studiert werden.
Im Kern des Experiments stehen drei Begriffe, die für diese Stadt stehen:
Essen, Trinken, Urlaub.
Nachlese zu
„Soiz in da Suppn“—
Juli 2008
ein Film der Küchengötter
www.Kuechengoetter.de/Video/TV

3 Gesang - kimmt sche hoamli die Nacht
(eine Spurensuche)
Die Performerin Ruth Geiersberger und die Sängerin Martina Koppelstetter
treffen sich mit dem Kochler Zitherspieler Georg Glasl zu einem bayerischen
Dreigesang.
Die alten Lieder mit all ihrer Sehnsucht und frechen Lebensweisheit bilden
den Ausgangspunkt und die gemeinsame Kommunikationsebene.
Von dieser Basis aus experimentiert das Trio mit den Ausdrucksmitteln der
neuen Musik, komponiert von Bernhard Lang und Annette Schlünz, Lautenliedern
von John Dowland und Texten u.a. von Roider Jackl, Ludwig Thoma, Thomas
Bernhard
Die Volksmusik wird weder ausgestellt noch persifliert, sondern ernst
genommen, weil sie wohltuend ungeniert menschliche Urbedürfnisse und
Sehnsüchte nach Liebe, Lust und Einsam-Zweisam-Mehrsamkeiten behauptet.
Abgeholt von Neuer Musik und Texten gelingt es im Hinterfragen, Verdrehen
und Verwirren die Gesänge in andere Zusammenhänge zu stellen. Das ermöglicht
ein Innehalten, ein genaues Zuhören und möglicherweise eine Verschiebung des
Blickwinkels, eine Veränderung von Sichtweisen.
SZ Vorankündigung
SZ Kritik
Im Abseits – Boxenstopp
"Im Abseits-Boxenstopp" ist eine Reaktion auf das Phänomen Fußball. Es geht um den Einzelnen, der in die Masse eintaucht, mitschreit, um die Helden anzufeuern, um die Verlierer fertigzumachen, um vermeintlich ein bißchen Held zu sein, und sich selbst dabei zu spüren. Ruth Geiersberger nimmt Bezug auf diverse Zeitungsartikel, wo beschrieben wird, wie dem männlichen Fan die Möglichkeit gegeben werden soll, in einer sogenannten "Verrichtungsbox" den Druck der aufgestauten Libido abzulassen.
Als Verrichtungsspezialistin stellt die Künstlerin ihren Wohnwagen am Rande des Geschehens auf: Wie eine Feldforscherin im Abseits beobachtet sie den vorbeiziehenden Probanden (bzw. Probandin, es gibt auch weibliche Fußballfans) aus der „Box“ heraus, führt ihm volkstümliche Liebeswerbung (Schuhplattler) vor, und läßt ihm ihre Art der Liebesdienste angedeihen:
"Liebes-Dienste" am Passanten
Berührungen: Schweiß abtupfen, eine Kurzmassage anbieten, den Fan-Schal neu binden; schreien, weinen und jubeln lassen; erlernen eines Schuhplattelschrittes, u.v.a.m. Die akustischen Ergüsse werden auf Band aufgenommen und dienen als musikalische Untermalung beim Schuhplatteln: "Schuhplatteln" bis zum Umfallen
Rausgeworfen aus dem Eröffnungsprogramm der WM, dürfen, ja sollen die bayerischen Volkstänzer im Abseits ihren Werbetanz ausführen, immer wieder, bis zum Umfallen, bis zur totalen Erschöpfung.
Mit im Abseits stehende Gäste:
Die Musikband „ g.rag und die landlerg'schwister “
(g.rag ist bekannt durch die Filmmusik für die Serie „München 7“) stellt an drei Tagen eine Art musikalischen Schutzraum her.
Jan Schulz beobachtet, sammelt Fundstücke, die am Straßenrand während der WM liegen geblieben sind, weckt sie ein und bespricht sie.
Ruth Geiersberger, Ulrich Müller (Klangarbeit), Claudia Karpfinger (Ausstattung), Volkstanzgruppen und Verrichtungsgehilfen
Während der WM 2006 täglich von 15:00 bis 19:00 – in (und um) eine mobile Box
3./4. Juli 06 im Marienhof, 5./6./7. Juli 06 am Prof.-Huber-Platz (U-Bahn-Universität).
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der
LH München

Hab!Seligkeiten — Stand der Dinge
Ein leerstehender Laden, zwei Akteure, die das Spiel-
material entgegennehmen. Es kann ruhig ein bisschen
weh tun, etwas aus dem Besitz freizugeben. Jeder Kunde erhält für den gebrachten Gegenstand ein Zertifikat, das als Eintrittskarte gilt. Die Lieblingsvase trifft hier vielleicht auf den ungeliebten Teddybär, daneben ... eine alte Saftpresse...?
Es entwickeln sich neue Beziehungen, Ansichten, Spannungsfelder, Klangbilder. Die Verrichtungsspezialistin Ruth Geiersberger und der Maler Marc Rohweder gehen mit den
abgegebenen Dingen um, besprechen und bewerten sie, erstellen neue Räume und Spielfelder, erzählen Geschich-ten, diskutieren mit dem Philosophieprofessor Ulrich Winko, machen Fehler, produzieren Missverständnisse. Sie lassen sich von den Dingen und Konstellationen über-raschen und erfinden immer neue Herangehensweisen. Der Komponist Walter Fähndrich versucht indes, den Klangräumen der Dinge nachzuspüren.
"Hab!Seligkeiten – Stand der Dinge ist ein Projekt, das sich mit den persönlichen Alltagsrelikten unserer Gesellschaft beschäftigt. Die uns umgebenden, übriggebliebenen Dinge spiegeln unsere Befindlichkeiten. Sie konservieren und komprimieren Erinnerungen - sie sind Lebenszeit-Brühwürfel."
Ruth Geiersberger

Hab!Seligkeiten wieder auf Reisen —
„gib mir ein ding von dir“
Worte über die Dinge
Bruchstücke von Leben...
ich nenn ihn Patron
hat mir nicht unbedingt Glück gebracht, obwohl er sollte
jetzt muss er weg
sieht echt aus ist aber nicht echt hat mich schwer beeindruckt
warum beeindruckt einen etwas zu einer bestimmten Zeit oder man findet
es toll oder braucht es einfach unbedingt und dann einfach nicht mehr
aber wegwerfen konnte ich das da einfach nicht
ich habe nicht lange überlegt ganz spontan habe ich ihn aus der
Schublade geholt und hierher gebracht........
...eigentlich sind wir ja jetzt in dem Alter wo man einfach keine Dinge
mehr anschaffen möchte...eigentlich sollte man jeden Tag etwas weggeben
na dette hab ick nun sieben Jahre lang jeden Tag uff Arbeit jetragen
da kof ick mir n Neues
is Arbeitsschweiß drinne
als meine Mutter ins Heim musste habe ich aus der Wohnung, die aufgelöst
wurde, einige Dinge wieder herausgeholt die ich als Jugendlicher meinen
Eltern geschenkt hatte
ich mochte diese Sachen sehr, hatte mir immer viele Gedanken bei der
Auswahl der Geschenke gemacht
von meinen Eltern wurden sie aber nie richtig gewürdigt
meistens stellten sie diese Dinge in eine Ecke und dort blieben sie auch
ich muss sagen, dass mich das traurig machte,
na und jetzt sind ein paar dieser Dinge, an denen also ein ganz besonderer
Herzschmerz haftet wieder bei mir und eines davon gebe ich nun hierher.....
von Shambala
der Glück bringt
er ist 2003 gestorben und liegt jetzt bei mir im Garten unter einem Baum
ich besuche ihn manchmal
ein Kristallglas Zapfen hängt über ihm und wenn die Sonne da
hineinstrahlt gibt es wunderbare Lichtspiele
und da ist ein Haar von seinem Schnurrbart
immer wenn ich bei der Oma war hab ich mich dahin gestreckt und immer
war etwas drin etwas Süßes
es war immer das erste, was ich gesehen habe
ich bin damit groß geworden
wenn die Liebe vergeht
wenn eine Liebe sich abwendet
wenn eine Freundin stirbt
es sind immer Vorboten des eigenen Todes
SchmetterlingeSchmetterlingeSchmetterlinge
da steht er nun der Bilderwerfer Jahrgang 1970 sieht aus wie neu
wirft keine Bilder mehr aus vergangenen Tagen an die Wand ist ruhig geworden
da ist viel Trauer über das Vergangene
der Mann, der hat immer gedrechselt und geschnitzt, wenn’s ein
Geschenk brauchte
sie läuft noch mal schnell heim und holt was gedrechseltes
die Mama ist im Krieg aus Danzig geflohen, hat die vier ins Leiterwägelchen
gepackt und sie gerettet

Schneewittchenverrichtungen – im Alter der b.St.(stimmhaft)
Die Performerinnen Ruth Geiersberger und Martina Couturier verarbeiten in Schneewittchenverrichtungen - im Alter der b.St. (stimmhaft) die gesammelten Erfahrungen des Ablebens. In Anlehnung an den Märchenstoff wenden sie sich einem hochbrisanten Themenkreis zu: Zwei Schneewittchengestalten im Alter der bösen Stiefmutter sehen sich im Spiegel der Zeit und sind konfrontiert mit Phänomenen rund um den Begriff des Alterns.
In multimedialer Bearbeitung stellen die beiden Künstlerinnen mit Versatzstücken des Märchens Bezüge zu aktuellen, gesellschaftlichen Erscheinungen her. Es geht um Schönheitswahn und Alterungsprozeß, Jugendkult und
Alterslosigkeit, Generationenkonflikt und Überalterung
und, sonst wäre es kein Märchen, um Sehnsüchte und
das Warten auf Erfüllung.
„Jeder Mensch muß sich verschleißen. ... Wenn man am Ende noch zu gut in Schuß ist, wenn alles noch zu gut erhalten ist, und dann mußt du abkratzen (lachend), das ist schlecht.“
Joseph Beuys

Chansons d `Amour
Liebende sind wie Schiffbrüchige auf der Suche nach einem Halt, nach Gewißheit. Sie sind einsame Wartende, die wie Treibgut isoliert voneinander mal hier mal dort angeschwemmt werden. Sie versuchen, trotz der Enge Raum zu besetzen, Dinge zu verrichten und den eigenen Gedanken nachzuhängen: Erinnerungen, ein unerwarteter Gefühlsausbruch, ein paar Zitate. Die Seele bahnt sich einen Weg über den Gesang, gibt sich hier ganz ungeschützt preis, und zeugt von Verwunderung. Stimmen, Geräusche, Klänge führen uns auf eine akustische Reise durch die unterschiedlichsten Äußerungsformen, in denen Liebe sich ausdrücken kann.
Die Verrichtungen der sieben Darsteller konzentrieren sich auf einen Tisch mit Unterwasserlandschaft en miniature, um welchen die Besucher herumgehen und ihnen über die Schulter blicken können. Per Video erhalten sie Ausblicke in weitere Räume - das ist und bleibt aber bloße Projektion. Hinzu kommen Texte aus der Wissenschaft und der Literatur. Das Musikalische liegt jenseits der Ratio, die sich als Leitfaden die „Fragmente einer Sprache der Liebe“ nimmt.

MATCH
MATCH
ist eine Versuchsanordnung. Ruth Geiersberger und Ulrich Müller gehen der Frage nach den komplexen Mechanismen von Macht, Schuld und Sühne nach.
Eine Turnhalle als Mikrokosmos für ein inszeniertes „Match“. Die Akteure auf dem Spielfeld agieren sowohl als Kommandeure als auch als Spieler und tauschen ihren Part nach festgelegten Prinzipien.
Die Kommunikation zwischen diesen wird dabei auf verschiedene Weise manipuliert und sabotiert, denn keiner der Agierenden bekommt jemals den Blick über das ganze Spiel geboten. Alle Spieler sind bei ihren Entscheidungen auf Lageberichte angewiesen oder auf den Bildausschnitt, den ihnen Kameras bieten. Keiner weiß, ob die Information, die sein Handeln motiviert, der Wahrheit entspricht oder manipuliert ist. Die „Subversion“, die diesem Spiel mit der Macht zugrunde liegt, ist für den Zuschauer um so durchschaubarer, je mehr er zum Geschehen auf Distanz geht.
Je näher der Zuschauer kommt, desto mehr wird er ins Detail der einzelnen Aktion verwickelt. Sogenannte Bekenntniskabinen in der Mitte des Spielfelds geben ihm die Möglichkeit mit einem einzelnen Akteur in einer Art Beichtstuhlsituation in Kontakt zu treten. Literarische Textzitate zum Thema Macht, Schuld und Sühne werden als „Bekenntnis“ gesprochen.
Die Blumen
Tabuthema Tod - eine subtile Annäherung der Performerin Ruth Geiersberger und des Klangkünstlers Ulrich Müller an diesen stets präsenten, doch vielfach verdrängten Aspekt des menschlichen Daseins.
In der Idylle des Botanischen Gartens sitzt eine Gruppe von sechzehn Menschen hinter einer Absperrung auf einer Wiese. Sie wirken merkwürdig vereinzelt, denn alle tragen Walkman und Ohrhörer. Wer sich ihnen nähert, hört sie Texte nachsprechen, die vom Tod handeln. Der Besucher, der die Wiese betritt, taucht mehr und mehr in ein Klanggeflecht aus Text und Geräusch ein. Die Art seiner Annäherung löst kleinste mimische und gestische Veränderungen bei den Akteuren aus. Eine Minimalchoreographie aus Reiz- und Reaktionsmustern entsteht und doch verlieren die Darsteller nie die Scheu und die Distanz, die dem Inhalt ihrer Texte entspricht.
Zerstört der Tod die Idylle oder ist er immer auch Bestandteil davon?
Der Besucher hat jedenfalls die Chance, selbst zu bestimmen, wie weit er sich dem Thema im wahrsten Sinne des Wortes nähern will. Er kann durch die Gruppe der Sprecher flanieren, oder kann sich die Installation von einem Hügel im Alpinum aus mit einem Fernglas betrachten.
Soloverrichtungen
Lesungen
Verrichtungen im Raum, mit flüchtigen Gesängen-
auch im privaten Salon - zu folgenden Themen:
- Warten (bitte warten)
- Andenken Glück (Schenkungen)
- Reisen (das eigentliche Unglück des Menschen)
- Heimattigkeit (Spurensuche)
- Frauen außerhalb (Texte von Therese von Lisieux, Christine Lavant und Yoko Ogawa)
Wartungen
in leeren Räumen
Vortragsstörungen